In einer Zeit, als für schwere Krankheiten nicht immer ein Medikament existierte, gab es eine Insel in der nördlichen Ägäis, die Heilung und Hoffnung versprach. Nur ein paar Körner der wundersamen, vulkanischen Erde war genug, um Kranke zu kurieren, sagte man. Heute heilt Lemnos auf andere Art.
Auf der etwas verträumten und abgeschiedenen Insel sind die Gastfreundschaft der Bewohner, die offene, unberührte Landschaft und die goldenen Strände wie Balsam für die Seele. Es gibt seltene, archäologische Stätten, romantische Burgen und regionale Köstlichkeiten zu entdecken. Zu den Spezialitäten zählen der frische Fisch in Hülle und Fülle, wunderbare Weine, Honig, Käse und Nudeln aus einer Gegend, die der Brotkorb und Weinberg des alten Griechenlands war.
Besichtigen Sie auf Lemno
Myrina: Die Burgstadt an zwei Ufern
Die Burg in Myrinas Hauptort erstreckt sich auf dem steilen, schroffen Kap, das von zwei Buchten umschlossen ist. Die Romeiko (griechische) und die Turkiko (türkische) Yialo (Bucht). Der einzige Zugang liegt nach Osten. Der byzantinische Kaiser Andronikos I. Komnenos (1118-1185) errichtete die Stadt auf alten, wahrscheinlich antiken Mauern. In den 1970er Jahren schenkte die Gemeinde von Rhodos der Insel drei Damhirsche, zwei Ricken und einen Bock. Die frei lebenden Tiere vermehrten sich munter, sodass heute etwa 50-70 Rehe innerhalb der Burgmauern leben.
Poliochni, eine der ältesten Städte Europas
Im späten 4. oder frühen 3. Jahrtausend v. Chr. auf einem Hügel mit Blick auf das Kap Vroskopou gegründet, war die Siedlung eine der bedeutendsten neolithisch-bronzezeitlichen der Ägäis. Archäologen gaben den vielen Epochen des Orts Farbkennzeichnungen, Schwarz, Blau, Rot, Grün und Gelb, um den Überblick zu behalten.
Meisterwerke aus Stein
Die Dörfer auf Lemnos sind wahre Meisterwerke aus Stein. Egal in welcher Siedlung, von Myrina bis Kontopouli, Romanos, Kontia, Katalako, die aufwändige Verarbeitung der Steine und die erstaunlichen Details in den Statuen, Mauern und Reliefs sind einzigartig. Das typische Landleben in Lemnos ist nicht geprägt von einfachen Scheunen. Hier gibt es prächtige Hofkomplexe, wo Menschen und Tiere in Harmonie miteinander leben.
Regionale Spezialitäten
Lemnos hat eine lange, kulinarische Tradition. In Griechenland ist die Insel vor allem für Milchprodukte, Honig und Hartweizen bekannt. Besondere Käse sind melichloro, kaskavali und kalathaki, aber auch das Vollkornmehl und die frischen Nudeln sind nicht zu verachten. Den Weiß- und Rotweinen gibt der vulkanische Boden seinen einzigartigen Geschmack. Beliebte Rebsorten sind Kalampaki und Limnio (g.U.) für Rote und Muscat d’Alexandrie für Weiße. Diese Weine waren schon zu Homers Lebzeiten berühmt. Probieren Sie sie auch und genießen Sie Ihren Urlaub.
Versteckte Juwelen auf Lemnos
Hephaistia und die Geheimnisse der Kabiren
Ihre Reise in das nördliche Ägäis hält auch viele Sehenswürdigkeiten für Sie bereit. In Hephaistia stehen die Ruinen der Stadt, die im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. ihre Blütezeit hatte. Der Ort war ein wichtiges Zentrum, in dem der Schutzgott Hephaistos verehrt wurde.
Nördlich des Kaps Chloe befindet sich die Heiligenstätte der Kabiren, ebenfalls Hephaistos gewidmet. Der Legende nach waren die Kabiren die Kinder des Hephaistos und die Stätte der Ort der Kabiren-Mythen, die mit der Wiedergeburt der Natur und Fruchtbarkeit verbunden waren.
Goldene Dünen
Die Naturwunder im Norden von Lemnos erstrecken sich auf 70.000 km². Ein extrem seltenes Phänomen, zumindest in Griechenland, das immer mehr Besucher anzieht.
Die Insel mit den Salzseen
In der Nähe von Kontopouli liegt ein Feuchtgebiet aus den drei Seen Aliki,
Chortarolimni und Asprolimni. („Salz, Gras und Weiß“). Aliki, der größte von ihnen, ist durch einen kleinen Kanal mit dem Meer verbunden. Im Sommer trocknet das Meerwasser aus und hinterlässt Salz von ausgezeichneter Qualität. Alle drei Seen stehen unter dem Schutz des EU-Projekts Natura 2000, weil viele Zugvögel hier Unterschlupf finden.